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Sonntag Kantate - 10. Mai 2020

Musik zum Beginn

Bach - Präludium in B

Piano: Dr. Birgit Kordt

Eigentlich

Eigentlich gehört singen dazu -
beim Duschen, Auto- oder Fahrradfahren, wir singen gegen Angst oder  zum Einschlafen.

Eigentlich gehört singen dazu -
zusammen auf Mitsingkonzerten oder einfach so mit Freunden. 
Lieder die wir kennen singen wir laut mit und uns zu.

Eigentlich gehört singen dazu -
zusammen in der Kirche im Chor oder im Gottesdienst.
Vorne vorgetragen für die anderen oder in der Bank beieinander und  zusammen.

Beieinander wird auf Abstand sein bei den nun wieder begonnen Gottesdiensten
und ohne gemeinsames Singen. 

Eigentlich gehört Singen dazu -
zum Gespräch mit Gott.
Gott vorsingen, ansingen, heraussingen.

Hauptsache singen!

Wir üben Singen allein und doch zusammen,
in unseren Wohnungen und Häusern
allein aber trotzdem verbunden.

Heute, am Sonntag Kantate besonders  - der Sonntag klingt wie ein Lied.

Eingangsgebet

Lass uns singen, Gott, Dir zur Freude. Trotz alledem!

Du hast die Töne geweckt unter uns,
Du kennst unsere Stimme -
jetzt hörst Du sie genau,
nicht vermischt mit vielen anderen Stimmen
sondern klar, dunkel und hell - aus meinem Leben heraus. 

Lass uns  spüren, dass die Engel mit uns singen. 

Amen.

Zu Psalm 98

(nach der Melodie von eg 502 zu singen): 

Singen und summen
lässt sich ein neues Lied,
nicht zu verstummen,
ist was im Lied geschieht;
auf neue Weise Hoffnung sehen -
singend und summend durchs Leben gehen,
singend und summend durchs Leben gehen. 

Pauken und Orgel ( Anm.: auch unter Corona Einschränkungen erlaubt)
spielen Dir heute auf.
Höre ihr Beten,
es steigt zu dir hinauf.
Meere verströmen Lobgesänge,
Bergwinde wirbeln im Chor der Klänge,
Bergwinde wirbeln im Chor der Klänge. 

Himmel und Erde
eint das stehts neue Lied:
dass Friede werde, dass nicht mehr Leid geschieht.
In solchen Weisen Hoffnung schauen -
singend und summend auf Gott zu bauen,
singend und summend auf Gott zu bauen. 

(Idee: Eugen Eckert)

Predigt

Pfarrerin Hirschberg Sonnemann

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen. Amen.

Liebe Gemeinde,

„Hauptsache gesund“- höre ich oft. Als Wunsch oder Antwort auf die Frage: „Wie geht es Dir“ – „Ach geht so – aber: Hauptsache gesund!“ Gesundheit ist immer Chefsache, im Moment besonders. Wie viele Gebete um Gesundheit wohl bei Gott eingegangen sind in den letzten Wochen?

Was ist die Hauptsache  unseres Lebens, das Wichtigste –Basis,  Fundament? Was trägt und  hält uns in unserem Leben? Gesundheit sicher, doch mehr vielleicht noch:

Liebe, Gemeinschaft – mit den Menschen an unsren Herzen, Partner und Partnerinnen ,  Familie, Freunde. Viele, die nicht automatisch in ihrem Zuhause mit anderen zusammenwohnen haben es schwerer in der Kontaktsperre gehabt. Hauptsache: nicht allein sein?

Was ist mit Gottes Liebe? Können wir sagen, Gottes Liebe sei die Hauptsache  unseres Lebens, das, was trägt, wenn alles andere verloren geht? Das Schönste, was wir im Leben haben? So sagt es der Lieddichter Johannes Eccard - Geboren 1553, ein Sänger, Organist, Kapellmeister. In seinem Lied besingt er, dass Gott ist das Schönste im Leben ist , die  kostbare Hauptsache .

Mein schönste Zier und Kleinod bist
auf Erden du, Herr Jesu Christ;
Dich will ich lassen walten
und allezeit, in Lieb und Leid
in meinem Herzen halten.

Gott ist die Grundlage des  Lebens, seine Liebe das Fundament. Ich höre Verse eines Psalms klingen in mir:

„Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.“

Ich bewundere den Menschen, der das so sagen kann – voller Gottvertrauen, ohne Zweifel: Wenn ich nur dich, Gott, habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

Ich frage viel nach Himmel und Erde. Ich frage mich, warum die Welt so voller Ungerechtigkeit ist, Menschen einander Böses antun und die Schöpfung gefährden. Ich frage mich ob es möglich sein wird die Gefahr des Virus zu begrenzen und warum es keine Heilung von so vielen anderen Krankheiten gibt. Ich frage zuviel und manchmal sind die Worte des Lieddichter mir schwer: Jesus will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in meinem Herzen halten.

Das ist leichter gesagt als gelebt. Ich wünsche mir oft es wäre so wie im Taufspruch meiner Tochter und vieler anderer Kinder, dass Gottes Engel uns behüten auf allen Wegen ohne Verletzungen an Steinen. Und ich weiß doch genau: So ist es nicht.

„Alles wird gut – reinen Gewissens kann das eigentlich nur behaupten, wer an Erlösung und Auferstehung glaubt, für alle anderen ist der Satz eine Instagram – Sentimentalität, ein morsches Stück Holz zum Festhalten.“, lese ich im Magazin der Süddeutschen Zeitung von diesem Wochenende. Und dass wir Glück für Normalität gehalten haben, die nicht unterschritten werden darf – schon in dieser Welt.

Der Lieddichter Johannes Eccard glaubt an Erlösung und Auferstehung und daran , dass nach dieser eine neue Welt beginnt. Dehalb kann er schon jetzt beides  zusammen denken : das Schwere und Gottes Liebe:

Dein Lieb und Treu vor allem geht,
kein Ding auf Erd so fest besteht;
das muß ich frei bekennen.
Drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not
von deiner Lieb mich trennen.

Hauptsache: Gottes Liebe.

Gottes Liebe ist fester als alles in dieser Welt. Nichts kann uns trennen von Gottes Liebe.  

„Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel, noch Mächte, noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes, noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“, schreibt Paulus. Manche sagen, diese Worte sind auch ein Lied, ein Triumphlied von Gottes Liebe.

Gottes Liebe besiegt alles.  

Paulus zählt alles auf, vor dem die Menschen damals, er selbst und wir heute Angst haben: Todesangst, Angst vor Krankheiten und Verletzungen im Leben, vor Gewalt und Macht, denen wir nicht standhalten, vor schwerer Vergangenheit oder Zukunftssorge. Paulus singt gegen die Angst an. Hauptsache: Gottes Liebe ist da und sie geht nicht weg. Ostern scheint schon wieder lang her, Paulus singt es uns in Erinnerung. Jesus ist auferstanden - das ist Zeichen von Gottes Liebe für uns. Hauptsache.

Gottes Versprechen ist, dass wir auch auferstehen und dass uns deshalb keine Macht der Welt und kein Tod von ihm trennen kann. Johann Eccard weiß, dass Gott nicht lügt.

Dein Wort ist wahr und trüget nicht
Und hält gewiß, was es verspricht,
im Tod und auch im Leben.
Du bist nun mein, und ich bin dein,
dir hab ich mich ergeben.

"Mein schönste Zier" ist ein Trostlied, ein Mutmach-Lied, das uns stärken will, wenn wir in Angst und Not sind.

Wir können im Leben vielem nicht ausweichen. „ Unsere Zivilisation ist gefährdet, unser Glück brüchig, unser Leben endlich.“ Lese ich in meiner Zeitung und, dass uns niemand für diese Welt „alles wird gut“ je versprochen hat. Aber dass wir „alles wird gut“ hoffen können. Dabei hilft mir: "Mein schönste Zier“. Das Lied erinnert  an das, was Paulus gesagt hat: Nichts kann  uns trennen von Gottes Liebe – nichts in dieser Welt und nicht darüber hinaus.

Wir wünschen uns unsere Welt anders, umgeben von Schutzengeln egal was wir Menschen tun, unbesorgt  und geborgen. ... Wir wünschen uns vertraute Gemeinschaft zurück und Nähe und müssen doch lernen wie wir mit wenigen und in Abstand Gottesdienst feiern und ohne gemeinsames Singen. Wie gut dass Christ-Sein immer über die Grenzen der Welt hinausgeht und Gott auch die Lieder unsres Herzens hört. Du bist nun mein und ich bin dein, dir hab ich mich ergeben.

Mein schönste Zier ist ein Abendlied, nicht zufällig – denn abends werden Sorgen, Ängste und Verzweiflungen oft größer als am Tag. Vertrauensvoll einschlafen, den Tag aus der Hand und sich Gott geben. Auch am Abend des Lebens.

Der Tag nimmt ab. Ach schönste Zier,
Herr Jesu Christ, bleib du bei mir,
es will nun Abend werden.
Laß doch dein Licht auslöschen nicht
bei uns allhier auf Erden.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Fürbitte

Unser Gott,

offenbare dich in unserer Welt,
dass wieder Loblieder gesungen werden.

Gib deinen Gemeinden deinen Geist,
dass wir nicht Ursache für böse Töne seien;
dass unsere Worte niemanden verletzen;
dass unserer Gedanken niemandem schaden,
und unsere Taten Freude machen. 

Lehre uns zuhören in der Stille,
und wenn unter uns alles laut ist von Schreien und Klagen,
lehre uns reden zur rechten Zeit mit Worten,
die Vertrauen schaffen und zu Taten ermuntern, die helfen. 

Komm mit deiner Kraft in unser Leben,
dass die Menschen um uns an uns erkennen, wie herrlich du bist.

Lass, wenn es möglich ist, die Kranken gesunden
und lass die Unheilbaren dir trauen.
Und erwecke die Sterbenden in der Heimat bei dir.

Stimme so dein Lob in uns an.
Dein Sohn hat uns seine Stimme gegeben - mit seinen Worten beten wir

Vater Unser

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Gott, segne uns:

Segne Sonn und Mond über uns,
die Erde unter uns,
die Menschen um uns,
deine Stimme in uns  in uns
und die Wege  vor uns.

Musik zum Ausklang

How Firm A Foundation

Piano: Dr. Birgit Kordt

Lieder


Geh aus, mein Herz ... [EG 503]

Piano: Dr. Birgit Kordt

1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.

10. Welch hohe Lust, welch heller Schein
wird wohl in Christi Garten sein!
Wie muss es da wohl klingen,
da so viel tausend Seraphim
mit unverdrossnem Mund und Stimm
ihr Halleluja singen,
ihr Halleluja singen.


Mein schönste Zier [EG 473]

Piano: Dr. Birgit Kordt

1. Mein schönste Zier und Kleinod bist
auf Erden du, Herr Jesu Christ;
dich will ich lassen walten
und allezeit
in Lieb und Leid
in meinem Herzen halten.

2. Dein Lieb und Treu vor allem geht,
kein Ding auf Erd so fest besteht;
das muss ich frei bekennen.
Drum soll nicht Tod,
nicht Angst, nicht Not
von deiner Lieb mich trennen.

3. Dein Wort ist wahr und trüget nicht
und hält gewiss, was es verspricht,
im Tod und auch im Leben.
Du bist nun mein,
und ich bin dein,
dir hab ich mich ergeben.

4. Der Tag nimmt ab. Ach schönste Zier,
Herr Jesu Christ, bleib du bei mir,
es will nun Abend werden.
Lass doch dein Licht
auslöschen nicht
bei uns allhier auf Erden.


Melodie zum Psalm [EG 502]