Willkommen!

5. Sonntag nach Trinitatis - 12. Juli 2020

Online-Gottesdienst mit Markus Wessel - Lektorin: Sabine Peddinghaus

Musik zum Eingang

Nun danket alle Gott - Bearb.: Otmar Faulstich

Orgel: Dr. Birgit Kordt

Begrüßung

"Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es."

Mit dem Wochenspruch aus dem Epheserbrief begrüße ich Sie herzlich in diesem Gottesdienst.

„Kommt und seht!“ Diese Einladung Jesu gilt uns heute wie den Jüngern vor 2000 Jahren. Von Menschen, die sich in Gottes Dienst rufen ließen, erzählt der 5. Sonntag nach Trinitatis.

Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Gemeinde: Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,

Gemeinde: der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 73

1 Gott_ ist dennoch Israels Trost
für alle, die reinen Herzens sind.

2 Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen;
mein Tritt wäre beinahe geglitten.

3 Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen,
da ich sah, dass es den Frevlern so gut ging.

8 Sie höhnen und reden böse,
sie reden und lästern hoch her.

9 Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein ;
was sie sagen, das soll gelten auf Erden.

10 Darum läuft ihnen der Pöbel zu
und schlürft ihr Wasser in vollen Zügen.

23 Dennoch bleibe ich stets an dir ;
denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,

24 du leitest mich nach deinem Rat
und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

25 Wenn ich nur dich habe,
so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,
so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. ¶

gesprochen:     Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.         

Sündenbekenntnis

Augen gabst du uns,
damit wir dich in unseren Nächsten sehen.

Ohren gabst du uns,
damit wir dein Wort in den Worten der Welt hören.

Hände gabst du uns,
damit wir deine Schöpfung bebauen und bewahren.

Füße gabst du uns,
damit wir uns auf den Weg zu dir aufmachen.

Ein Herz gabst du uns, damit wir füreinander da sind.

Einen Mund gabst du uns,
die Wahrheit zu sagen und dich zu loben.

Dein sind wir, du Gott unseres Lebens.
Doch unsere Augen übersehen dich.
Unsere Ohren überhören dich.
Unsere Hände tun das Falsche.
Unsere Füße tragen uns weg von dir.
Unsere Herzen sind hart.
Unser Mund sagt nicht die Wahrheit.

Hilf uns, erbarme dich.

         Kyrie, Kyrie eleison.

Gnadenzusage

Gott spricht: Ich will ihnen ein Herz geben,

dass sie mich erkennen sollen, dass ich der Herr bin.

Und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein;

von ganzem Herzen werden sie sich zu mir bekennen.

Tagesgebet

Ewiger Gott,
zu jeder Zeit berufst du Menschen,
dein Wort zu verkünden
und deine Liebe weiterzugeben.

Durchdringe uns mit deinem Heiligen Geist.

Lass in unseren Worten dein Wort hörbar werden,
lass in unserem Tun deine Taten sichtbar werden,
lass in unserer Liebe deine Liebe spürbar werden.

Das bitten wir dich durch Jesus Christus.

Gemeinde:      Amen.

Evangeliumslesung

Das Evangelium steht bei Lukas im 5. Kapitel

1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. 2 Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. 3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.

4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! 5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. 6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. 7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken.

8 Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. 9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, 10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. 11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Lied: Vertraut den neuen Wegen (EG 395)

1. Vertraut den neuen Wegen,
auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen,
weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen
am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen
in das gelobte Land.


2. Vertraut den neuen Wegen
und wandert in die Zeit!
Gott will, dass ihr ein Segen
für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten
das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten,
wo er uns will und braucht.


3. Vertraut den neuen Wegen,
auf die uns Gott gesandt!
Er selbst kommt uns entgegen.
Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen
in Zeit und Ewigkeit.
Die Tore stehen offen.
Das Land ist hell und weit.

Predigt

Markus Wessel

 

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Martin geht über einen großen Markt in Hamburg. Schon von weitem hört er den Marktschreier rufen: „10 € - dafür bekommst du diese fünf Makrelen. – Zu wenig? – Komm her. Ich leg noch zwei Makrelen drauf. – Das reicht nicht? – Alles klar! – Hier, nimm noch die Heringe dazu. – Alles für nur 10 €.“ - …

Der Händler schreit und fleht die Umstehenden regelrecht an, noch mehr von ihm zu fordern. Ein Fisch nach dem anderen landet in der Tüte, bis endlich jemand „anbeißt“ und die Leckereien kauft.

Das erinnert ein wenig an die Erzählung des Lukas vom Fischzug des Petrus:

Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!

Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken.

Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Vor einigen Wochen habe ich die Predigt von Matthias Mladek für unsere Internetseite bearbeitet. Es ging um Gottesbilder.

Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

Aus dem Vollen heraus, schöpfen Gottes Hände hier.  Unendlich viel Liebe, können sie weitergeben:
Weil du reichlich gibst, Gott, müssen wir nicht sparen, können Deine Liebe weitertragen, hinaus zu Nachbarn, Freunden, Mitmenschen und unseren unbekannten Nächsten.

Weil du reichlich gibst, Gott, müssen wir nicht sparen. Gottes Liebe ist grenzenlos, bedingungslos, überschwänglich, endlos und hoffentlich auch ansteckend.

„Ja!“ habe ich gedacht. Ich hatte das noch nie so bewusst gehört. Gottes Liebe ist so wunderbar und so reichhaltig, dass er sie regelrecht verschwenderisch verteilen möchte. Komisch – so oft habe ich den Vers aus dem Lied „Komm, Herr, segne uns“ schon gesungen aber so stark ist er noch nie bei mir angekommen.

„Darüber würde ich auch gerne mal predigen“, habe ich gedacht. – Und dann kam der Predigttext von heute.

Jesus beruft seine ersten Nachfolger. Ein bisschen bekannt war Jesus wohl schon, denn eine Menge Leute drängten sich danach, ihm zuzuhören. Dann begegnet er den Fischern am See Genezareth und es scheint so, als hätte er sie besonders ins Herz geschlossen. In einem meiner Bücher zur Bibel heißt es: „Jesus fängt klein an: mit zwölf normalen Jungs“. Wie kann er diese „Jungs“ erreichen. Raue Burschen wahrscheinlich, die nicht lang schnacken. Hauptsache, sie fischen genug, um die Familie satt zu kriegen und vielleicht ein bisschen mehr. Was Jesus ihnen zeigt, wird ihnen wohl erst Jahre später klar: Gott gibt, was du brauchst – und viel mehr. Es ist nicht das erste und nicht das einzige Mal, dass wir diesen Hinweis von Gott bekommen.

Erinnern wir uns an die Berichte von der Schöpfung. Auch da scheint Gott nicht genug davon zu bekommen, seinen Reichtum zu verteilen. Land, Wasser, Pflanzen, Fische, Vögel, Menschen und Ruhe gibt er scheinbar aus dem Überfluss heraus. 

Als Jesus eines Tages vor tausenden spricht und die alle in seiner Nähe bleiben wollen, lässt er austeilen. Fünf Brote und zwei Fische machen tausende satt. Gott gibt, was er hat. Und das hat vielleicht alle noch mal in ihren Taschen kramen lassen und das, was gefunden wurde, mit den Nachbarn teilen lassen. „Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt …“ heißt es in einem Lied.

Jesus hatte wohl die Aufgabe, Gottes Reichtum zu verteilen. Liebe – im Überfluss; Gnade – ohne Gegenleistung; Gerechtigkeit – für alle; Segen – für ein gelingendes Leben; Frieden – der nicht von dieser Welt ist.

„Wo du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.“, heißt es im Segenslied. An Gottes Gaben zu sparen, wäre auch irgendwie vergeblich. Alles, was Gott gibt, können wir getrost weitergeben. Das wird nicht weniger. So, wie der brennende Dornbusch, aus dem Gott mit Moses sprach. Der verbrannte nicht, wurde nicht weniger.

Die Erzählung vom großen Fischzug die wir als Evangelium gehört haben, ist wie ein grundliegendes Gleichnis.

Gott gibt – und er gibt gerne. Gott gibt reichlich.

Jesus, Gottes Sohn, das war der, der aus einfachen Fischern begeisterte Nachfolger gemacht hat. Jesus, das war der, der gesagt hat: „Ich brauche euch. So übervoll, wie eure Boote jetzt mit Fischen sind, so übervoll ist Gottes Welt mit Liebe und Gerechtigkeit.“ – Das hat die Fischer damals überzeugt. Und als es hieß: „Lasst uns Menschen fischen!“, da hatten sie so eine Ahnung davon, dass sie von der Fülle in Gottes Reich und Gottes Reichtum erzählen sollten.

Und den Zweiflern werden sie wohl gesagt haben: „Mit Gottes Liebe das ist so, als würde ich nach einer erfolglosen Fischnacht auf einmal mein Boot so voll haben, dass es fast sinkt. So voller Liebe kann Gott ein Leben machen, das bisher lieblos war.“ Mit Begeisterung haben sie davon berichtet, dass Gott so viel Liebe für jeden Menschen hat, dass man einfach etwas davon weitergeben kann, ohne dass es weniger wird.

Und manch einer wird auf einmal verstanden haben, was sie da sagten, die zwölf normalen Jungs.

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.

Lied: Weißt du, wieviel Sternlein stehen

1. Weißt du, wie viel Sternlein stehen
an dem blauen Himmelszelt?
Weißt du, wie viel Wolken gehen
weithin über alle Welt?
Gott der Herr hat sie gezählet,
dass ihm auch nicht eines fehlet
an der ganzen großen Zahl,
an der ganzen großen Zahl.

2. Weißt du, wie viel Mücklein spielen
in der heißen Sonnenglut,
wie viel Fischlein auch sich kühlen
in der hellen Wasserflut?
Gott der Herr rief sie mit Namen,
dass sie all ins Leben kamen,
dass sie nun so fröhlich sind,
dass sie nun so fröhlich sind.

3. Weißt du, wie viel Kinder frühe
stehn aus ihrem Bettlein auf,
dass sie ohne Sorg und Mühe
fröhlich sind im Tageslauf?
Gott im Himmel hat an allen
seine Lust, sein Wohlgefallen;
kennt auch dich und hat dich lieb,
kennt auch dich und hat dich lieb.

Fürbitten

Du Gott der kleinen Leute,
arme Fischer hast du ausgewählt,
deine unermessliche Liebe zu bezeugen.

Wir bitten dich für die kleinen Leute in aller Welt …
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott ohne feste Bleibe.
Menschen voller Sehnsucht hast du eingeladen,
bei dir zuhause zu sein.

Wir bitten dich für alle, die auf der Suche sind …
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott des Friedens.
Die Niedrigen werden in deiner Gegenwart erhöht,
und die Schwachen gewinnen Kraft.

Wir bitten dich für die Mächtigen …
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott des Lebens.
Deine Gläubigen schickst du auf unvertraute Wege.

Wir bitten dich für alle, die ohne Hoffnung sind …
Sei mit deiner Hilfe nahe, Du Gott des Bundes.
Deiner Gemeinde hältst du die Treue.

Wir bitten dich für alle Christinnen und Christen …
Sei mit deiner Hilfe nahe.

Du unser Gott,
dir vertrauen wir uns heute und alle Tage an.

Vater Unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Lied: Komm, Herr, segne uns (EG 170)

1. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,
sondern überall uns zu dir bekennen.
Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.
Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

2. Keiner kann allein Segen sich bewahren.
Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.
Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,
schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.

3. Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden,
wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.
Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen -
die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.

4. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,
sondern überall uns zu dir bekennen.
Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.
Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

Segen

Gott segne und behüte Dich.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sein Dir gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht über Dich und schenke Dir Frieden. 

Amen. 

Musik zum Ausgang

Rondo für Trompete und Klavier - James Hook

Trompete: Viktoria Kordt

Klavier: Dr. Birgit Kordt